Delhi – Rajasthan – Madhya Pradesh

 

Zur Monsunzeit durch Indien; mehr als 50° im Schatten, Überschwemmungen und eine – im wahrsten Sinne des Wortes – schweißtreibend hohe Luftfeuchtigkeit; doch es ist auch die Zeit in der Rajasthan ergrünt und seine vielfältige Pflanzenwelt offenbart …

Haveli

Bikaner/Mandawa: Die Hauptattraktion der Shekhawati-Region sind zweifelsohne die teils wunderschön restaurierten Havelis (buntbemalte Kaufmannshäuser). Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts erlebte diese Region ihre Blütezeit.

Auch Jaisalmer (auch die „Goldene Stadt“) ist eine alte Karawanenstadt, welche durch den Fernhandel zwischen Indien und den arabischen bzw. europäischen Ländern im Mittelmeerraum im 18./19. Jahrhundert ihre Blütezeit erlebte.

Den Wohlstand ihrer Blütezeit konnte die Oasenstadt größtenteils bis heute konservieren – waren es früher Händler, welche die Stadt auf ihren Weg nach Delhi passierten, sind es heute überwiegend westliche Touristen.

Thar Desert

Die Thar (auch „Große Indische Wüste“) ist gut drei Mal so groß wie Österreich; fast der gesamte Niederschlag fällt hier während des Südwestmonsums von Juli bis September – heftige Gewitterstürme und Platzregen sorgen während dieser Zeit sogar für lokale Überschwemmungen … während die Halbwüste für wenige Wochen ergrünt.

Jodhpur

Das Meherangarh-Fort thront über der Stadt Jodhpur – der Bau der Anlage begann Mitte des 15. Jahrhunderts, wurde aber erst Anfang des 17. Jahrhunderts abgeschlossen. Noch heute ist die Festung im Besitz der Nachfahren jener Fürstenfamilie, welche sie einst erbauen ließ.

Kleine Anekdote nebenbei: Jodhpur wird wegen der Farbe seiner Häuser auch die „Blaue Stadt“ genannt – traditionellerweise dürften nur Brahmanen ihre Unterkünfte blau streichen – hier allerdings erlaubte man dies allen Stadtbewohnern. Hintergrund dafür: die Farbe gilt als effektives Mittel zur Abwehr von Moskitos!

Alljährlich pilgern tausende gläubige Hindus in die kleine Stadt Pushkar um sich im heiligen Pushkar-See reinzuwaschen und um Gesundheit für ihre Familien zu bitten. Viele Hindus betrachten die Stadt als den heiligsten Ort Indiens – sie kommen aus dem ganzen Land und benötigen für ihren Fußmarsch teilweise mehrere Wochen.

Sardargarh

Mitten im Nirgendwo thront die Festung von Sardargarh – die im 17. Jahrhundert errichtete Festungsanlage ist heute Luxus-Hotel und Museum zugleich. Am Fuße des Festungshügels liegt zudem ein kleines Dorf, welches bereits vor der Festung gegründet wurde und seinen mittelalterlichen Charme noch immer zu entfalten vermag.

Ranakpur

Ranakpur – ein kleines Dorf im waldreichen Westen der Aravallibergkette – verdankt seine Bekanntheit einer überaus gut erhaltenen Tempelanlage der Jainas. Sowohl der quadratische Grundriss, als auch die filigranen Einlegearbeiten des Marmor-Tempels ähneln frappierend buddhistischen Mandalas – jedes Merkmal für sich ungewöhnlich für die indische Architektur.

Der Festungsberg Chittorgarh ist gesäumt von Tempelruinen, verlassenen Palastanlagen und Siegestürmen. Traurige Berühmtheit erlangte der Ort durch den Massenselbstmord seiner Einwohner im Jahre 1303 im Zuge einer sich abzeichnenden Eroberung durch muslimische Aggressoren: tausende Frauen und Kinder starben auf riesigen Scheiterhaufen, während die Männer sich in einen aussichtslosen Kampf stürzten.

Taj Mahal

Last but not least: Das Taj Mahal in Agra ist ein etwa 58 Meter hohes Mausoleum; das mit weißen Marmor verkleidete Grabgebäude ließ Großmogul Shah Jahan zum Gedanken an seine im Jahr 1631 verstorbene große Liebe Mumtaz Mahal errichten.

Kurios: Nachdem dieser epochale Bau die Finanzen von Shah Jahan beinah aufbrauchte, entmachtete ihn sein Sohn und verfrachtete ihn ins Rote Fort, wo er den Rest seines Lebens als Gefangener verbrachte.