… bei Nacht in Wien

Oktober 2020: Die Museen durften noch/wieder offen halten, ebenso viele Lokale und Geschäfte. Ein frühabendlicher Spaziergang durch eine wolkenverhangene Wiener Innenstadt.

Schwere Bombenangriffe der Alliierten legten gegen Ende des 2. Weltkrieges einen beträchtlichen Teil der Wiener Innenstadt in Schutt und Asche – darunter auch Wiener Staatsoper. Der Wiederaufbau dauerte – erst im November 1955 eröffnete sie erneut ihre Tore.

Bis in die 1920er galt die Wiener Nationalbibliothek als die wohl umfangreichste Universalbibliothek der Welt – heute liegt der Schwerpunkt der Sammlung im Geisteswissenschaftlichen Bereich …

Der Prunksaal der ehemaligen kaiserlichen Hofbibliothek wurde Anfang des 18. Jhd. erbaut und sucht weltweit noch immer seinesgleichen. Unter den knapp 200.000 hier archivierten Büchern findet man die Privatbibliothek von Prinz Eugen, sowie zahlreiche Reformschriften von Martin Luther. Auch auf einem Bild: ein venezianischer Prachtglobus.

Der Wiener Stephansdom: Domkirche, Bischofssitz, weltberühmtes Wahrzeichen … und ewige Baustelle. Die Außenfassade des im 14. Jahrhundert errichtete Doms besteht zu großen Teilen aus Sandstein und befindet sich praktisch immer in Restauration.

Die Kärntner Straße in der Wiener Innenstadt: erst Mitte der 70er wurde die überaus populäre Einkaufsstraße zu einer Fußgängerzone umfunktioniert; das politische Hickhack von damals erinnert frappierend an jenes der Mariahilfer-Straße von heute …

Die Fiaker-Fahrten (mitsamt überall herumliegender Pferdeäpfel) gehören ebenso zum Stadtbild wie der Stephansdom – bereits seit über 60 Jahren rittern zumeist alteingesessene Unternehmen um die Gunst der Touristen.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die lange nicht mehr zeitgemäße Wiener Stadtmauer abgetragen: erst so entstand ausreichend Platz für den Bau der Ringstraße als auch zahlreicher Prachtbauten; zwei von ihnen – nämlich das Kunst- und Naturhistorische Museum – eher aus der Not heraus, da die Hofburg allmählich zu klein wurde um all die Devotionalien, welche sich über die Jahrhunderte angehäuft hatten, länger zu beherbergen …

Der Maria-Theresien-Platz zwischen den beiden Hof-Museen diente nach deren Errichtung als Prachtboulevard und Forum des Kaisers; die heute so bekannten vier Tritonen- und Najadenbrunnen im Zentrum des Platzes wurden übrigens erst Jahrzehnte später errichtet.

Gegenwärtig denkt die Wiener Stadtregierung recht laut darüber nach, den kompletten Maria-Theresien-Platz zu unterkellern: die damit gewonnene Fläche soll wohl als Tiefgarage dienen – das Parkplatzproblem ist latent und soll auf diesem Wege etwas abgeschwächt werden.